"Verfügbar" heißt nicht "kaufbar"
Eine Domain-Registry kann "verfügbar" anzeigen und den Kauf trotzdem verweigern. Der Fall woit.app.
Beim Testen sind wir auf einen kurzen Namen gestoßen, woit.app. Eine Standard-RDAP-Prüfung — das Protokoll, mit dem Domain-Registries ehrlich die Frage "ist diese Domain registriert" beantworten — sagte "nicht registriert". Nach allen formalen Signalen war die Domain verfügbar.
Kaufen ließ sie sich trotzdem nicht
Die Registry der .app-Zone (betrieben von Google) reserviert kurze, gut klingende Namen als Premium — formal sind sie für niemanden im üblichen Sinn "registriert", aber man kann sie auch nicht zum Standardpreis über die normale Registrierung kaufen: Die Registry gibt sie entweder gar nicht zum Verkauf frei oder verkauft sie zu einem separaten, oft stark überhöhten Preis. RDAP zeigt davon nichts an — aus Sicht des Protokolls ist die Domain einfach "verfügbar", und das ist eine buchstäblich ehrliche Antwort, nur eine unvollständige für die Frage "kann ich sie kaufen".
Was wir getan haben
Erstens haben wir direkt in den Ergebnissen einen Hinweis ergänzt: Verfügbare Domains mit vier oder weniger Buchstaben tragen jetzt einen Vermerk, dass der Name eine Premium-Reservierung der Registry sein könnte. Zweitens bauen wir eine weitere Prüfebene ein — eine direkte Anfrage an den Registrar (reg.ru), die nicht beantwortet "ist die Domain formal registriert", sondern "kann ich sie gerade wirklich über ihn kaufen". Diese Ebene ist noch nicht für jede Operation angebunden — ein Teil der Registrar-Funktionalität braucht auf deren Seite eine separate Partnervereinbarung, und daran arbeiten wir gerade.
Was du als Leser tun solltest
Siehst du bei einer kurzen Domain (2–4 Buchstaben) in einer angesagten Zone wie .app, .ai oder .io "verfügbar" — bau nicht vorschnell eine Marke, ein Ladenschild und eine Werbekampagne drumherum. Geh auf die Seite des Registrars selbst und versuch, die Domain wirklich in den Warenkorb zu legen: Ist der Preis ungewöhnlich hoch oder der Kauf gar nicht möglich, ist genau das die Premium-Reservierung, über die RDAP schweigt.